Der Stadtrat 04-2022

Nachdem die Stadtratssitzung Anfang Mai aufgrund fehlender entscheidungsreifer Vorlagen ausfiel, kamen die Mitglieder des Gremiums am vergangenen Montag, den 30.05.22 wieder pünktlich um 18:30 Uhr im Esche-Museum zusammen. Von Seiten der Bürgerschaft schien für diese Sitzung ein hohes Interesse zu bestehen, denn es waren deutlich mehr Bürgerinnen und Bürger als üblich anwesend. Da wir als Freie Wähler ausdrücklich für Transparenz und Bürgernähe stehen, freuen wir uns, dass die Bürgerinnen und Bürger das Angebot an den Stadtratssitzungen teilzunehmen gut annehmen.

Zu Beginn der Sitzung wurden vom Oberbürgermeister Gerd Härtig die Formalien geklärt und er kündigte an, dass der Tagesordnungspunkt 4 (Billigungs- und Auslegungsbeschluss zum Entwurf des gemeinsamen Flächennutzungsplanes der Verwaltungsgemeinschaft der Großen Kreisstadt Limbach-Oberfrohna und der Gemeinde Niederfrohna, Stand 03/2022 Vorlage-Nr. 042/2022) von der Tagesordnung gestrichen wird.

Im Anschluss stellte die AfD-Fraktion einen Antrag zur Tagesordnung, den TOP 10 (Richtlinie der Stadt Limbach-Oberfrohna zur Förderung von Projekten im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie Vorlage-Nr. 073/2022) nicht zur Abstimmung zu bringen. Als Begründung nannte die AfD zum einen, dass sich die Richtlinie zur Förderung von Demokratie ihrer Ansicht nach nur gegen Rechtsextremismus richtet und nicht gegen Linksextremismus/ religiösen Extremismus. Als zweiten Grund führten sie an, dass der Begleitausschuss, bestehend aus 14 Mitgliedern (Schulen, Kirchen, Vereine und sozialen Organisationen), kein Bild der gesamten Bürgerschaft von Limbach-Oberfrohna abbildet und deshalb auch nicht darüber entscheiden soll, welche Projekte gefördert werden sollten. Der Antrag wurde mit 4 Ja-, 11 Nein-Stimmen und 6 Enthaltungen abgelehnt.

Anschließend konnten die Bürgerinnen und Bürger ihre Fragen/Anliegen oder Anregungen an die Verwaltung richten. Diese beinhalteten die Themen Naturschutz (Förderung von Blühstreifen), fehlende Straßenbeleuchtung Marktsteig und das Bauvorhaben Neugestaltung Spielplatz Oberer Gutsweg- Außenbereiche der Gerhart-Hauptmann- Grundschule und Oberschule. Wie üblich nahm die Verwaltung die Anregungen aus der Bürgerschaft auf bzw. konnten die Fragen zum Spielplatz Oberer Gutsweg im Verlauf der Stadtratssitzung im TOP 5 geklärt werden.

Aufgeschoben ist nicht Aufgehoben

Nach bereits fast zwei Monaten im Amt, wurde unser mittlerweile „nicht mehr ganz neugewählter“ Oberbürgermeister nun auch offiziell vereidigt und verpflichtet. Diese Eidesabnahme wurde von Gabriele Hilbig (aktuell am längsten im Stadtrat aktiv) durchgeführt. Nun gibt es kein Zurück mehr…!!!

Weiteres Projekt in Oberfrohna in Planung

Nachdem man lange Zeit das Gefühl hatte, dass der Ortsteil Oberfrohna etwas in „Vergessenheit“ geraten war, was die Erneuerung von Spielplätzen, Plätzen usw. betrifft, kann diese Behauptung mit der Umsetzung verschiedener Maßnahmen z. B. Errichtung des Spielplatzes an der Frohnbachstraße, Umgestaltung des Platzes Oberfrohner Bahnhof, Sanierung/ Ausbau verschiedener Straßen im Ortsteil usw., entkräftet werden.

Das nächste Projekt in Oberfrohna wird die Neugestaltung des Spielplatzes am Oberen Gutsweg, sowie des Außengeländes der Gerhart-Hauptmann- Grundschule und Oberschule sein. Da das Außengelände beider Schulen in die Jahre gekommen und stark sanierungsbedürftig ist, werden mit dem Fassen des Baubeschlusses und der Vergabe der Freianlagenplanung die Weichen für dieses Projekt gestellt.

Besonders erfreulich ist unserer Meinung nach, dass die Schüler, die Lehrerschaft und der Arbeitskreis Jugend in die Vorplanungen, welche bereits 2021 stattfanden, einbezogen wurden und hoffentlich auch zukünftig werden. Man darf gespannt sein, wie die Pläne letztlich aussehen und hoffen, dass die Wünsche und Anregungen aller Beteiligter Berücksichtigung finden, natürlich ohne den finanziellen Rahmen aus den Augen zu verlieren.

Damit sind letztlich wichtige Voraussetzungen geschaffen, damit sich die Nutzer dieser Anlagen mit ihr identifizieren und es bleibt zu hoffen dem Vandalismus somit ein Stück weit entgegen zu wirken. Alle anwesenden Stadträte stimmten dieser Vorlage zu.

Vergabe von Bauleistungen/ Einleitung Planverfahren

Die nächsten beiden Vorlagen, welche vom Gremium einstimmig beschlossen wurden, befassten sich mit den Vergabeverfahren für verschiedene Baumaßnahmen:

  • Vergabe Holzbau – Stahlbau – Zimmererarbeiten für Rohbau –
  • Neuerrichtung Hippodrom
  • Vergabe Rohbau für den Kita- Neubau Prof.-Willkomm-Str.16

Im Ortsteil Rußdorf ist die Errichtung eines Solarparkes geplant. Da es sich bei den Flächen um landwirtschaftliche Nutzfläche im Außenbereich handelt, bedarf es eines Bauleitverfahrens. Um Baurecht zu schaffen, hat der Vorhabenträger (nawes GmbH&Co. KG) die Einleitung eines Bebauungsplansverfahren für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Solarpark Rußdorf II“ beantragt. Mit dem Beschluss im Stadtrat kann dieses Verfahren eingeleitet werden. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst. Damit wird ein wichtiger Betrag zum Ausbau erneuerbarer Energien geleistet, den wir als Freie Wähler unterstützen.

Fördermittel in Aussicht

Im Tagesordnungspunkt 9 wurde durch den Stadtrat der Beitritt Limbach-Oberfrohnas zur „Region Schönburger Land e.V.“ und damit der Verbleib im LEADER-Förderprogramm beschlossen. Dieser Beitritt zielt auf die Fortführung der LEADER-Förderung für die neue Förderperiode 2023-2027 ab. Im Rahmen dieses Förderprogrammes zur Entwicklung des ländlichen Raumes, konnten zwischen 2015 und 2022 rund 1Mio. Euro für Limbach-Oberfrohna akquiriert werden. Etwa die Hälfte dieser Mittel konnten zur Finanzierung städtischer Projekte genutzt werden (z.B. Sanierung Jugendclub in Wolkenburg). Mit der anderen Hälfte wurden private Projekte gefördert. Da die nächste Förderperiode wieder Mittel verspricht, kam es zum einstimmigen Beschluss des Stadtrates.

Auch die nächste Beschlussvorlage zielt auf Fördermittel ab. Im Unterschied zur vorherigen Vorlage geht es hierbei jedoch um eine reine Projektförderung. Diese Projekte verfolgen das Ziel, die Demokratie zu festigen und die Zusammenarbeit aller vor Ort relevanten Akteurinnen und Akteure bei Aktivitäten gegen lokal relevante Formen von Extremismus zu unterstützen. Da die alte Richtlinie der Stadt Limbach-Oberfrohna zur Förderung von Projekten im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie nicht mehr aktuell ist, muss diese nachgebessert bzw. angepasst werden. Zur Erläuterung der Vorlage und um die Argumente der AfD-Fraktion von Beginn der Sitzung zu entkräften, erläuterte Herr Oberschelp (Fachbereichsleiter Zentrale Dienste) noch einmal ausführlich: Was wird gefördert? Wer kann die Förderung beantragen?

Wie setzt sich der Begleitausschuss zusammen, welcher letztlich über die Vergabe der Mittel entscheidet? Unserem Verständnis nach wird durch diese Projekte versucht, allen Formen von Extremismus entgegen zu wirken. Trotz Gegenstimmen der AfD-Fraktion konnte der Beschluss gefasst werden. Unser Dank gilt den Projektinitiatoren, die sich für die Demokratie in unserer Stadt stark machen!

Der Stadtrat 03-2022

Erstens kommt es anders und Zweitens als man denkt…

Am 04. April 2022 trafen sich die Mitglieder des Stadtrates im Esche-Museum. Da am vorangegangenen Wochenende fast alle Corona-Schutzmaßnahmen aufgehoben wurden, konnte das Gremium in alter Form, fast ohne jegliche Beschränkungen, tagen.

Die einzelnen Stadträte konnten wieder enger zusammenrücken und dies macht die Ratsarbeit meiner Ansicht nach deutlich angenehmer und entspannter. Es bleibt zu hoffen, dass dies zukünftig auch so bleiben wird.

Entgegen den Erwartungen musste diese Sitzung noch einmal von Bürgermeister Robert Volkmann geleitet werden. Unser neu gewählter Oberbürgermeister befand sich in häuslicher Quarantäne und kam daher noch nicht zum Zug. Deshalb wurde der Tagesordnungspunkt 3 und eigentlicher Höhepunkt dieser Sitzung, die Vereidigung und Verpflichtung des neuen Oberbürgermeisters, kurzerhand von der Tagesordnung genommen. Umso mehr freuen wir uns auf die kommende Stadtratssitzung im Mai, in der die Vereidigung und Verpflichtung dann hoffentlich wie geplant stattfinden kann.

Obwohl in den vergangenen Stadtratssitzungen die Möglichkeit der Einwohner Fragen an die Verwaltung zu stellen, recht rege und intensiv genutzt wurde, bestand anscheinend diesmal kein Klärungsbedarf und es konnte sofort in die Tagesordnung eingestiegen werden.

Zunächst musste rein formal über das Ausscheiden Gerd Härtigs als Stadtrat abgestimmt werden. Dies wurde einstimmig so beschlossen.

Von den Freien Wählern rückt Chris Müller für Gerd Härtig nach, welcher im nächsten Tagesordnungspunkt feierlich verpflichtet wurde. Wir freuen uns Chris in unserer Fraktion begrüßen zu dürfen und wünschen uns eine gute Zusammenarbeit zum Wohle unserer Stadt.

Da Gerd Härtig in der Vergangenheit auch als erster ehrenamtlicher Stellvertreter des Oberbürgermeisters tätig war, musste auch für dieses Amt eine Neuwahl erfolgen. Die Mitglieder des Stadtrates wählten Anja Sonntag einstimmig in dieses Amt.

Weitere Neubesetzungen unserer Fraktion wurden beschlossen:

Technischer Ausschuss:   Chris Müller

Verwaltungsausschuss:     Anja Sonntag

Gemeinschaftsausschuss: Chris Müller

Zum ersten Vertreter des Stadtrates für die Jury „Unternehmer des Jahres“ wurde Frank Konieczny gewählt und neues Aufsichtsratsmitglied der Gebäudegesellschaft Limbach-Oberfrohna mbh wird Chris Müller sein.

Neue Kindertagespflege in Oberfrohna

Im Bedarfsplan des Landkreises Zwickau sind für Limbach-Oberfrohna vier Kindertagespflegestellen aufgeführt. Bis März 2022 waren aber lediglich drei davon besetzt. Lange blieben die Bemühungen der Verwaltung neue Tagespflegepersonen für Limbach-Oberfrohna zu gewinnen vergebens. Umso mehr freuen wir uns, dass Nicole Schmidt in Oberfrohna die Kindertagespflege „Nicole´s Zwergenstube“ eröffnet und damit ein zusätzliches Angebot der Kindertagesbetreuung in unserer Stadt schafft. Wir wünschen Frau Schmidt viel Freude bei der Arbeit mit den Kindern und deren Familien.

Alle Stadtratsmitglieder stimmten für die Errichtung der öffentlichen Kindertagespflegestelle.

Durch extreme Preisentwicklungen, Anpassungen mehrerer Baubeschlüsse erforderlich und einstimmig beschlossen

Wie bereits in der Vergangenheit angekündigt und vorberaten, ist für unseren Stadtpark u.a. die Erneuerung der Infrastruktur geplant. Die aktuell teilweisen extremen Preisentwicklungen in der Baubranche machen eine Anpassung des Baubeschlusses erforderlich.

Der Baubeschluss muss infolge der Ausschreibungsergebnisse und der daraus resultierenden aktuellen Gesamtkostenbetrachtung angepasst werden. Durch die Aufstockung wurde die Vergabe der Bauleistungen Tief- und Wegebau und die Vergabe der Elektrotechnik ermöglicht und die Firmen können beauftragt werden. Wir hoffen, dass die ausführenden Unternehmen zügig vorankommen, so dass wir unser allseits beliebtes Stadtparkfest ohne bauliche Einschränkungen durchführen können.

Bereits im Jahr 2018 wurde durch den Stadtrat der Ersatzneubau zweier Brücken im Ortsteil Kaufungen beschlossen. Da seit dieser Beschlussfassung viel Zeit vergangen ist und die Kostenberechnungen demzufolge nicht mehr aktuell sind, musste der Stadtrat erst überplanmäßige Auszahlungen, die Anpassungen der Baubeschlüsse beschließen, um die Vergabe weiterer Ingenieurleistungen und die Vergabe der Bauleistungen zu ermöglichen.

Auch zur Errichtung unserer neuen Zweifeld-Sporthalle am Albert-Schweitzer Gymnasium muss der Baubeschluss angepasst werden, um die Arbeiten fortzusetzen und weiterhin gute Trainingsbedingungen für unsere Einwohner zu schaffen.

Hilfe für Vertriebene aus Ukraine

In den vergangenen Jahren war die Verwaltung in Sachen Krisenbewältigung schon mehrfach gefordert. Diese Erfahrungen werden auch für den Umgang mit den Vertriebenen aus der Ukraine genutzt. Obwohl die Unterbringung und Koordinierung eigentlich die Aufgabe des Landkreises darstellt, wurde die Verwaltung schon tätig und die Koordinierung von Hilfs- und Unterstützungsleistungen durch das Sachgebiet Prävention ist bereits im vollen Gange. Damit hält Bürgermeister Robert Volkmann sein Versprechen der letzten Stadtratssitzung, in der er zusicherte alle Möglichkeiten der Stadt Limbach-O. humanitäre Hilfe betreffend auszuschöpfen.

Da das Unterbringungskonzept des Landkreis Zwickau noch immer auf sich warten lässt, wurde auch die Bereitstellung von Wohnraum bereits durch die Verwaltung koordiniert. Erfreulicherweise wurden der Stadtverwaltung bereits ca. 40 privat bereitgestellte Unterbringunsplätze/ -zimmer/ -wohnungen zur Verfügung gestellt, die derzeit für ca. 100 Geflüchteten eine kurzfristige Bleibe bieten.

Neben der Bereitstellung von Wohnraum koordiniert das Sachgebiet Prävention die materielle Unterstützung, die Unterstützung des ehrenamtlichen und zivilgesellschaftlichen Engagements.

An dieser Stelle möchten wir uns als Fraktion der Freien Wähler schon einmal bei allen Helfern und Unterstützern recht herzlich bedanken!